Daria von Loewenich
Daria von Loewenich

Die Laborantin

Österreichische Erstaufführung

Ella Road
Deutsch von John Birke

Inhalt

Aufgrund der aktuellen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind wir gezwungen, alle regulären Vorstellungen von 22. November bis 12. Dezember 2021 abzusagen.

Tickets: Wir arbeiten an Verschiebungen der Abonnement-Vorstellungen (u.a. Premiere von „Making a Great Gatsby“) und kommunizieren die neuen Termine, sobald sie fixiert wurden. Tickets behalten für die Ersatzvorstellungen ihre Gültigkeit.

Sollten Veranstaltungen abgesagt werden müssen, werden Sie darüber vom Ticketzentrum informiert. In diesem Fall erhalten Käufer*innen über jene Vorverkaufsstelle, über die das Ticket gekauft wurde, den Wert rückerstattet.

Wir danken für Ihr Verständnis!

 

Unsere Welt basiert auf Zahlen: mehr denn je, auch im Gesundheitssektor. Fitnesstracker, Bonusprogramme und pränatale DNA-Tests weisen in eine Zukunft mit noch höherem Einfluss von Daten. Schon heute werden in China digitale Bewertungssysteme für Bürger*innen getestet, die deren regelkonformes Verhalten im Alltag überprüfen und entsprechende Punktebewertungen vergeben, die für Kreditwürdigkeit und Wohnungssuche ausschlaggebend sein sollen.

Eben diese Tendenz greift die britische Autorin Ella Road in ihrem Erstlingswerk auf und schafft eine beklemmende Versuchsanordnung: Die Laborantin Bea lebt in einer Gesellschaft, in der man mit schlechten Blutwerten Schwierigkeiten hat, eine gute Arbeitsstelle zu finden. Blutwerte auf Dating-Plattformen sind wichtiger als ein gutes Foto: 10 ist top, 1 heißt flop. Bluttests geben Auskunft über erbliche Belastungen, Herzinfarktrisiken und genetische Potenziale. Alles wird vorherseh- und kontrollierbar. Wer einen niedrigen Wert hat, darf nicht studieren und wird im Notfall nicht reanimiert. Eine Zahl bestimmt also die berufliche und private Zukunft. Was bedeutet es, wenn wir in einem optimierten Gesellschaftssystem die Gesundheit als Steuerungselement nutzen?

Als Bea erfährt, dass ihre Freundin eine unheilbare erbliche Krankheit und somit einen Low-Rate-Status hat, lasst sie sich dazu überreden, deren Werte zu fälschen. Mit der Zeit verliert Bea ihre Skrupel und steigt groß ins Fälschergewerbe ein. Dass sie plötzlich viel Geld nach Hause bringt, erklärt sie ihrem Freund mit fadenscheinigen Ausfluchten. Und das ist nicht die einzige Lüge, die das Leben der Laborantin belastet …

Roads „well-made play“ orientiert sich furchterregend nah an unserer heutigen Gesellschaft und macht umso deutlicher, welchen Weg wir mit dem Druck zur Leistungsoptimierung, mit dem Drang nach Vorhersehbarkeit und dem Wunsch nach ewigem Leben gehen.

SCHAUSPIELHAUS AKTIV

Altersempfehlung: ab 16

Pressestimmen

„Anne Mulleners inszeniert die Vorlage in Philipp Glanzners praktikabler Würfel-Bühne und mit Kathrin Eingangs vielsagenden Kostümen klassisch […]. Mit viel Emotion dabei ist das Ensemble: Daria von Loewenich, Frieder Langenberger, Iman Tekle und Franz Solar sorgen mit ihren vom System aufgezwungenen Lebenslügen für Unbehagen. Kein gemütlicher Theaterabend, dafür ein wichtiger.“ (Kronen Zeitung / krone.at, Michaela Reichart, 19.09.2021)

„‚Die Laborantin‘, eine österreichische Erstaufführung, wird bei seiner Premiere zur einnehmenden Erörterung einer zentralen Zukunftsfrage. […] Die Hauptdarsteller Frieder Langenberger und Daria von Loewenich […] machten die mit weißen Kuben ausgestattete Bühne (Philipp Glanzner) im Haus Zwei des Schauspielhauses zu ihrer Spielwiese. […] Als kluge Lösung erweisen sich Videoclips, die den Kosmos dieser humantechnologischen Ordnung abstecken […].“ (Kleine Zeitung / kleinezeitung.at, Daniel Hadler, 18./19.09.2021)

„Regisseurin Anne Mulleners machte in knappen, klaren Bildern die Kälte und Härte dieser Zukunftsvision sichtbar. […] Daria von Loewenich ist als Laborantin Bea getrieben von einer Sehnsucht nach einem guten, finanziell anspruchsvollen Leben und zeigt die ganze Bandbreite von jugendlich-unbeschwertem Umgang mit der Täuschung bis zum Erkennen, welche Tragik ihr Leben tatsächlich beherrscht. […] Dem ganzen Team ist eine unspektakuläre Aufführung mit beklemmender Wirkung und langem Nachhall gelungen.“ (APA, Karin Zehetleitner, 18.09.2021)

TERMINE
Fr, 17. Sep 20:00 - 21:50
PREMIERE
Do, 16. Dez 20:00 - 21:50
Fr, 17. Dez 20:00 - 21:50
Mi, 29. Dez 20:00 - 21:50
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ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 1 Stunde 50 Minuten
PREMIERE
17. September 2021, HAUS ZWEI
BESETZUNG
Medien
Daria von Loewenich