Gerhard Balluch
Gerhard Balluch

Fischer Fritz

Österreichische Erstaufführung

Raphaela Bardutzky

Inhalt

Fritz, Fischer in dritter Generation, fischt nicht mehr. Nach einem Schlaganfall ist er auf pflegerische Rundumbetreuung angewiesen. Sein Sohn Franz hatte keine Lust, die Familientradition fortzuführen und leitet in der Großstadt eine erfolgreiche Kette von Friseurgeschäften. Da er sich nicht um den Vater kümmern kann, plädiert er für ein Pflegeheim in der weit entfernten Stadt. Das kommt beim Vater gar nicht gut an. Auch wenn das Sprechen für Fritz schwierig geworden ist, der Kopf ist klar und vor allem stur. Fritz will sein Haus am Fluss nicht verlassen – ums Verrecken nicht. Was ist also zu tun? Wer übernimmt die Versorgung des pflegebedürftigen Rentners?

Die Lösung ist eine junge Pflegekraft aus Osteuropa. Gemeinsam mit anderen Frauen macht sie sich in einem Kleinbus auf den Weg gen Westen. Nach der Ausbildung hatte sie sich in die weite Welt geträumt und nun das: gefangen in der Einöde auf einem einsamen Bauernhof. Immerhin kann Piotra bei Fritz mit leckeren Fischgerichten punkten und bemüht sich redlich um Kommunikation mit ihrer neuen Familie auf Zeit. Ansonsten betreut sie ihren Patienten täglich 24 Stunden, rund um die Uhr – außer montags, da ist Sohn Franz da und sie hat frei. Aber in ihrer Freizeit bleibt ihr nur Musikhören und Chatten mit Borys, dem Busfahrer aus ihrer Heimat, der sie hergebracht hat und hoffentlich auch wieder abholen wird.

Autorin Raphaela Bardutzky gelingt mit „Fischer Fritz“ ein Stück, in dem sich Heimat und Fremde, Landleben und Großstadt, verschiedene Sprachen, Dialekte und unterschiedliche Kommunikationsformen begegnen. „Fischer Fritz“ ist nicht nur Sprechtheater, sondern auch Sprachtheater. Schnell wird zwischen den Ebenen und Situationen, den Sprachen und Dialekten geswitcht. Heraus kommt eine besondere, berührende Geschichte über drei Lebenswege und ihre Bedingungen in unserer Gegenwart, verbunden durch das große Thema Pflegenotstand. Das Stück ist eines von drei preisgekrönten Texten der Autor:innentheatertage 2022 am Deutschen Theater Berlin.

Wir verlegen das ursprünglich in Bayern verortete Stück in die Steiermark, genauer gesagt in das Murtal, und arbeiten für die Rolle der jungen Pflegekraft mit einer ukrainischen Schauspielerin zusammen.

REGIE Julia Skof
AUSSTATTUNG Julia Nussbaumer
DRAMATURGIE Elisabeth Tropper
THEATERPÄDAGOGIK Timo Staaks

Übersetzungen ins Ukrainische: Mykola Lipisivitskyi

 

Unser Dank gilt dem Freundeskreis des Schauspielhaus Graz e.V. für die Übernahme der Übersetzungskosten.

Ferner danken wir dem Landesfischereiverband Steiermark für die inhaltliche Unterstützung.

Für die Unterstützung bei der Übertragung ins Steirische bedanken wir uns herzlich bei Fischereimeister Rudolf Bittinger (Arbeiterfischereiverein Knittelfeld).

 

Schauspielhaus Aktiv
THEATERPÄDAGOGIK Timo Staaks

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

MITLERNEN
Warm-up
Nachbereitung

TERMINE
Fr, 13. Jän 20:30
PREMIERE
Mi, 18. Jän 20:00
Di, 24. Jän 20:30
ORT & DAUER
HAUS DREI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
13. Jänner 2023, HAUS DREI
BESETZUNG
Medien
Gerhard Balluch