Hospital der Geister

Deutschsprachige Erstaufführung

nach der Fernsehserie von Lars von Trier und Niels Vørsel

Inhalt

Im Kopenhagener Reichskrankenhaus, genannt „Das Reich“, kämpfen Ärzte mit moderner Technologie im Dienst der Wissenschaft gegen Krankheit und Tod. Durchaus auf unsicherem Grund, denn das Krankenhaus wurde auf Sumpfland errichtet. „Vielleicht wurden sie zu anmaßend in ihrer hartnäckigen Leugnung der spirituellen Welt? Denn in dem so modernen und scheinbar so soliden Gebäude werden Ermüdungsrisse sichtbar. Die Tore zum Reich des Todes beginnen sich wieder zu öffnen.“ So heißt es im Vorspann der Serie, die Lars von Trier in den 90er-Jahren für das dänische Fernsehen drehte.

Die Patientin Sigrid Drusse deckt mit spiritistischen Fähigkeiten ein Verbrechen aus dem Jahr 1919 auf. Der Oberarzt Jürgen Krogshoj wird zum Ziehvater eines monströsen Babys. Der gestresste Chefarzt Einar Mosgaard sucht die Hilfe eines Schamanen und versucht mit der Aktion „Morgenluft“ das Arbeitsklima auf der Neurochirurgie zu verbessern. Dieses wird von seinem schwedischen Stellvertreter Stig Helmer vergiftet, der seinem Hass auf Dänemark auf dem Dach des Krankenhauses Luft macht, indem er mit Blick auf die nahe Heimat Volvo, ABBA, IKEA und die schwedische Atomkraft lobpreist. Der Pathologe Bondo lässt sich die krebsbefallene Leber eines Sterbenden implantieren, um so ein seltenes Leberkarzinom zu züchten, und im Keller narkotisiert sich die Freimaurerloge der Chefärzte durch Alkoholgenuss.

Mit skurrilem Humor wirft das Geschehen im „Reich“ fundamentale Fragen auf, die zuletzt sehr dringlich im Lichte der Systemrelevanz des Gesundheitswesens verhandelt wurden: Wie ist der Zustand der Krankenhäuser? Wie steht es um ethisch-moralische Fragen in Bezug auf ärztliches Handeln? Aber auch: Wie sehr ist die Vergangenheit Teil der Gegenwart? Und vor allem: Wie durchlässig ist die Grenze zwischen Leben und Tod?

Lars von Trier, großer europäischer Filmemacher und Enfant terrible der Filmbranche, ist ein Kultregisseur, dessen Filme inhaltlich so provokant wie ästhetisch innovativ sind. Viele seiner Werke wurden für das Theater adaptiert, allein sein „Hospital der Geister“, dessen dritte Staffel übrigens für 2022 angekündigt ist, fand bislang noch nicht den Weg auf die Bühne. Jan-Christoph Gockel, der in Graz drei große Projekte realisierte („Merlin oder Das wüste Land“ von Tankred Dorst, „Der Auftrag: Dantons Tod“ von Heiner Müller / Georg Büchner sowie das Film- und Theaterprojekt „Die Revolution frisst ihre Kinder!“), wird den humorvollen Krankenhaus-Horror-Gruselschocker inszenieren.

REGIE Jan-Christoph Gockel
BÜHNE Julia Kurzweg
KOSTÜME Sophie du Vinage
MUSIK Matthias Grübel
PUPPENBAU Michael Pietsch
DRAMATURGIE Karla Mäder
THEATERPÄDAGOGIK Julia Gratzer

Schauspielhaus Aktiv

MITLERNEN
Warm-up
Nachbereitung

MITSCHAUEN
Schauklub

MITREDEN
Theaterdialog am 01.02.2023

TERMINE
Fr, 20. Jän 19:00
PREMIERE
Mi, 25. Jän 19:00
Fr, 27. Jän 19:00
Mi, 01. Feb 19:00
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ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
20. Jänner 2023, HAUS EINS
Medien