König Lear


Übersetzung: Werner Buhss

Inhalt


König Lear verschenkt sein Reich. Er teilt es unter seinen Töchtern auf, doch er verlangt dafür den absoluten Liebesbeweis: diejenige, die ihn am meisten liebt, soll den größten Teil erhalten. Ausgerechnet sein Liebling Cordelia verweigert wortreiche Beteuerungen und wird vom Vater zornig verstoßen. Mit dieser Tat beginnt die Tragödie, als Kampf der Generationen, der fortan als Riss durch die Welt geht. Lear zieht von Tochterhaus zu Tochterhaus – doch man setzt ihn vor die Tür. Obdachlos, den Naturgewalten ausgeliefert, begegnet er anderen Verstoßenen: Gloucesters Sohn Edgar in der Maske eines verrückten Bettlers, der vor dem eigenen Vater auf der Flucht ist. Kent, verstoßen, weil er für Cordelia eintrat, folgt seinem König in Verkleidung. Zuletzt stößt Gloucester zu ihnen, der von den neuen Machthabern für seine Königstreue aufs Grausamste bestraft wurde.Es ist die großartigste und zugleich dunkelste aller Shakespeare-Welten, durch die der Dichter seine Figuren irren lässt, traurig und komisch, mutwillig und verzweifelt auf der Suche nach Liebe und Erlösung.

Peter Konwitschny, international gefragter Regisseur ob seiner spektakulären Werkinterpretationen, liest das Stück als poetischen Vorgriff auf die Moderne, als Kampf aller gegen alle, der keine Sieger zurücklässt. Mit Burgschauspieler Udo Samel in der Rolle des Lear und einem außergewöhnlichen Raumkonzept, das verschiedene theatrale Erzählformen erlaubt – vom mittelalterlichen Jahrmarktsspiel (zwischen den Zuschauern im Parkett) bis zur postmodernen Auflösung der Figuren (die, ihrer eigenen Rollen ungewiss, über die Bühne irren) – macht die Inszenierung einen Brückenschlag von Shakespeares Welt ins Hier und Heute.



 

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