Making a Great Gatsby

Nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald
Aus dem Amerikanischen und bearbeitet von Claudia Bossard und Barbara Juch

Inhalt

Wir freuen uns auf die neue, ohne Zweifel außergewöhnliche Spielzeit mit Ihnen! Da uns Ihre Sicherheit am Herzen liegt, gelten bis auf Widerruf folgenden Maßnahmen, um Sie und uns zu schützen – wir arbeiten und produzieren künstlerisch anregend, aufregend und natürlich verantwortungsvoll: HIER finden Sie den Besucher*innenleitfaden.

 

In seiner Villa auf Long Island veranstaltet der geheimnisvolle Jay Gatsby aufsehenerregende Partys. Niemand weiß so genau, wie der junge Mann zu seinem Reichtum gekommen ist – man munkelt über schmutzige Geschäftspraktiken, auch von Spionage und Mord ist die Rede. Der unverhofft in die illustre Partygesellschaft geratende Nick Carraway wird nach und nach zu Gatsbys Vertrautem und erfährt schließlich vom einzigen Zweck der ausschweifenden Feste: die Aufmerksamkeit seiner Cousine Daisy zu wecken, Gatsbys großer Liebe, die inzwischen mit einem anderen verheiratet ist. Das mit Nicks Hilfe arrangierte Wiedersehen führt jedoch nicht zum gewünschten Ziel, sondern schnurstracks in die Katastrophe.

F. Scott Fitzgeralds Roman, erschienen 1925, gilt als ein Schlüsselroman über das amerikanische Jazz Age, dem ein kurzzeitiger Wirtschaftsboom zu Glanz und Wohlstand verhalf. Seine Protagonist*innen gehören einer jungen Aufsteigergeneration an, die sich von den Fesseln des Puritanismus befreit und neue Lebensvorstellungen und Rollenbilder für sich entdeckt. Aufgewachsen unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges, ist sie aber auch eine „verlorene Generation“, desillusioniert und ihrer Ideale beraubt, die sich weder um romantische Liebe noch um soziale Gerechtigkeit oder das größere gesellschaftliche Bild schert.

ANGEBOTE SCHAUSPIELHAUS AKTIV

Altersempfehlung: 14+

Mitreden
Theaterdialog 20.01.2021
Mitlernen
Vorbereitender Workshop (bei oranger Ampel online)
Nachbereitung
Textimpulse
Inhaltliches Warum-up
Leseprobe

Mitschauen
Schauklub 20.01.2021

Mitspielen
Spielsamstag 16.01.2021

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Drei Fragen an Regisseurin Claudia Bossard

Was, glaubst Du, sollten wir im Herbst sehen wollen?

Ich glaube, nach all diesem Gesitze und Hocken in Homeoffices in rechteckigen Räumen vor rechteckigen Bildschirmen wird niemand mehr Sitztheater sehen wollen! Also Stücke, in denen Menschen sitzen und reden und von einem besseren Leben träumen. Vielmehr wünscht man sich Figuren auf den Klippen ihrer Träume, im Bewusstsein, dass vieles schon verträumt, vieles schon gelebt, und das meiste bereits ausgeträumt ist. Uns treiben gerade Fragen um, wie: Und was tun wir jetzt? Und: Welchen Ausgang können wir gesellschaftlich, global noch nehmen? Und genau dafür eignet sich eine Gatsby-Adaption tatsächlich hervorragend!

Warum?

Man kann diesen weltberühmten und als Inbegriff des amerikanischen Traums geltenden Roman, der aber auch dessen (kollektiven) Selbstbetrug thematisiert, analog zu Kafkas „Amerika“ assoziieren. In Kafkas Werk heißen die Suggestion und Verführungskraft des „Nature Theatre of Oklahoma“, einer Theatertruppe, den jungen Karl Rossmann willkommen und treiben ihn langsam in den Westen in Richtung Gold, Reichtum und scheinbarer absoluter Freiheit.

Also wieder ein bisschen Schein und Sein und Theater im Theater, wie in Deiner letzten Arbeit bei uns, Dürrenmatts Groteske „Die Physiker“?

Ich sehe auch im „Gatsby“ eine Groteske. Aber hier eine auf die Ideologie von individueller Identität, von marketingtreuer und -bewusster Selbstinszenierung, vom „Darstellen“ als Kulturtechnik – ein sehr reizvolles Unterfangen und ein bisschen „Nackter Wahnsinn“. Die Exzesse und die Dekadenz, die im Roman geschildert werden, lassen sich szenisch direkt übersetzen, und der Stoff lasst sich für eine Bühnenadaption inhaltlich, erzähltechnisch und auch auf der spielerisch-performativen Ebene um eine Achse weiterdrehen. Wohin, werden wir herausfinden.

TERMINE
Fr, 11. Dez 19:30
PREMIERE
Mi, 16. Dez 19:30
Fr, 18. Dez 19:30
Di, 22. Dez 19:30
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ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
11. Dezember 2020, HAUS EINS
BESETZUNG
Medien