Schleifpunkt

Uraufführung

Maria Ursprung

Koproduktion mit den Autoren[theater]tagen am Deutschen Theater Berlin

Inhalt

Den Stücktext finden Sie HIER: Schleifpunkt von Maria Ursprung

Ein kurzer Moment des Abgelenktseins, und die Fahrlehrerin Renate hat mit ihrem Privatauto auf einer Landstraße eine Frau angefahren. Doch anstatt den Unfall zu melden, vertuscht sie ihn, packt die Verletzte ins Auto und bringt sie zu sich nachhause. Warum sie das tut, weiß sie selbst nicht so recht, aber vieles in ihrem Leben scheint gerade in Auflösung oder im Ungefähren: die nicht zustande kommende Liebesbeziehung zum örtlichen Polizisten, der ihre Nähe sucht; die Abnabelung von ihrer erwachsenen Tochter, die zu einer Forschungsreise in die Antarktis aufbrechen will und die sie nur schweren Herzens gehen lassen kann; ihr Beruf, der auch wie aus einer anderen Zeit zu sein scheint. Als das Unfallopfer am nächsten Morgen aufwacht, ist jedenfalls unklar, ob es Erinnerungen an den nächtlichen Unfall hat oder nicht. Die Frau scheint gesund und bei Sinnen, aber gehen will sie auch nicht. Und Renate, die die Schuld schwer auf sich lasten spürt, lässt es zu, dass die Fremde sich bei ihr einnistet, ihre Tochter für sich einnimmt und ihr ganzes emotionales Leben unterminiert.

Schleifpunkt ist ein atmosphärisch dichtes Stück der leisen (Zwischen-)Töne, das sensible Porträt einer Frau am Scheideweg. Geschrieben wurde es von der Schweizer Autorin Maria Ursprung im Rahmen der Werkstatt für szenisches Schreiben Dramenprozessor 2018/19 in Zürich. Marie Bues, die u. a. Co-Leiterin des Theaters Rampe in Stuttgart ist und sich vor allem mit zeitgenössischen Stücken als Regisseurin einen Namen gemacht hat, inszeniert das Kammerspiel. Das Stück wurde für die Lange Nacht der Autor_innen in Berlin als eines von drei Stücken aus mehr als 100 Einsendungen von einer dreiköpfigen Jury – Dea Loher, Nina Hoss und David Tushingham – ausgewählt. Es sollte in der Grazer Inszenierung im Juni 2020 bei den Autorentheatertagen in den Kammerspielen des Deutschen Theaters bzw. im Rahmen der Langen Nacht der Autor_innen am 3. Oktober in Berlin zur Uraufführung kommen. Aufgrund der Maßnahmen zur Einschränkung der COVID-19-Pandemie wird die Uraufführung zu einem noch zu definierenden Zeitpunkt am Schauspielhaus Graz stattfinden.

REGIE Marie Bues
BÜHNE & KOSTÜME Indra Nauck
MUSIK Kat Kaufmann
DRAMATURGIE Karla Mäder, Franziska Betz

RENATE Birte Leest
KIND, ERWACHSEN Maximiliane Haß
POLIZEI Nico Link
SIE Sarah Sophia Meyer
FAHRSCHÜLER*IN (A, B, S) Alina Haushammer, Fredrik Jan Hofmann, Clemens Maria Riegler

ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Medien