Sex Play

Uraufführung

Patty Kim Hamilton

Inhalt

Mit der Liebe war es ja noch nie leicht. Von Sappho bis zu Walther von der Vogelweide, von Heinrich von Kleist (dieses Jahr im Spielplan!) bis zu Else Lasker-Schüler sind über alle Jahrhunderte hinweg sprachlich
komplexe, hoch verdichtete Werke zum Thema Liebe zu bestaunen, die uns vor Augen führen: Das Leiden an der Lust veraltet nicht und das Literaturthema Nummer eins bleibt eine komplexe, offenbar stets aufs Neue komplizierte und sprachlich interessant zu verarbeitende Sache. Einen ganz und gar zeitgenössischen
Akzent setzt die junge deutsch-amerikanische Autorin mit koreanischen Wurzeln, Patty Kim Hamilton, mit ihrem „Sex Play“. Aber wer jetzt angesichts des Stücktitels pornografische Ergüsse vermutet, liegt falsch. Es wird explizit, aber genauso wird es ausgesprochen differenziert.

Sex ist Kommunikation ohne Worte und muss wie jede Sprache erlernt werden, indem man sie (aus)übt. „Über Sex zu reden ist nicht mehr revolutionär. Oder?“, fragt jemand im Stück. Eben doch! Denn trotz der (Über-)Sexualisierung des modernen Lebens ist es auch heute noch für Jane und John Doe (das amerikanische Pendant zu Max und Erika Mustermann) schwierig, Worte für ihr Begehren zu finden. „Sex Play“ zeigt, dass auch das Intimste des Privaten politisch ist, weil das Spiel der Geschlechter
nicht selten Machtstrukturen reproduziert und stereotype Rollenbilder schafft, die Gesellschaften konstituieren. Und abgesehen davon hat das weite Feld der sexuellen Beziehungen immer schon Anlass zu unterhaltsamen und interessanten Selbst- und Fremdlügen geboten.

In kurzen, formal sehr unterschiedlichen Szenen spielt die Autorin auf der Klaviatur der sexuell motivierten Gefühle und behandelt verzwickte Problemlagen. Tagträume verscheuchen Albträume, die schlimmsten Dates treffen auf sexuelle Erfüllung, Sehnsucht nach Nähe reibt sich am Bedürfnis nach Abstand. Eindringlich lässt die Autorin moderne Figuren die uralte Verletzlichkeit spüren, die intime Fragen aufwerfen können und zeigt, wie sich im aktuellen Verhältnis der Menschen zum Sex die großen Themen der Gesellschaft abbilden. Inszeniert wird „Sex Play“ von Sebastian Klinser, die*der nach zwei Jahren Regieassistenz mit einem Wunschstück ihre*seine Regie-Visitenkarte abgibt.

REGIE Sebastian Klinser
BÜHNE Kathrin Eingang
KOSTÜME Jenny Theisen
MITARBEIT BÜHNE Jakob Kaltenbrunner
MUSIK Jan Preißler
DRAMATURGIE Elisabeth Tropper
THEATERPÄDAGOGIK Julia Gratzer

Schauspielhaus Aktiv

MITLERNEN
Warm-up
Nachbereitung
ÖH-Stückgespräch im Dezember 2022

ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
10. November 2022, HAUS ZWEI
Medien