was zündet, was brennt

Uraufführung

Magdalena Schrefel

Inhalt

Wie Lebensadern durchziehen Öl- und Erdgaspipelines den europäischen Kontinent und stillen oder befeuern unseren Hunger nach Energie: Vom russischen Tatarstan bis Warschau, Budapest und Prag, von Triest bis Wien und Karlsruhe, von Marseille bis Strasbourg. In umgekehrter Richtung fließt Geld für das flüssige Gold bis zum persischen Golf und in die OPEC- und GECF-Staaten zurück. Nur zu Beginn der Corona-Krise kam dieser Kreislauf kurz ins Stocken und der Ölpreis fiel unter Null. Fossile Brennstoffe sind der unangefochtene Treibstoff der Moderne. Sie stammen aus der Tiefe der Zeit und bedrohen mehr und mehr ihre Zukunft. Das Ende des 100-jährigen Ölrausches zeichnet sich ab und der Wunsch nach einer neuen Welt.

Unter dem Titel „Pipelines“ hat das Schauspielhaus Graz eine Kooperation mit der European Theatre Convention initiiert. Entlang der Infrastruktur europäischer Pipelines entwickeln fünf Autor*innen aus der Perspektive fünf unterschiedlicher Mitgliedstaaten Stücke zum Drama fossiler Energien: Alex Lorette für das Théâtre de Liège, Elsa Demo für das Nationaltheater Albanien, Ian De Toffoli für Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und Simone Spiteri für das Teatru Malta. Inspiriert wurde das Projekt durch Magdalena Schrefel, die für das Schauspielhaus Graz den österreichischen Part des Projekts übernimmt. Unter dem Titel „Was zündet, was brennt“ entwickelt die Autorin ein theatrales Roadmovie entlang der Adria-Wien-Pipeline und beschreibt den Radikalisierungsprozess ihrer beiden Heldinnen auf der Reise. Im Hintergrund steht die Frage nach der sprachlichen Dimension der Klimadebatte und die Suche nach dem neuen Narrativ für eine andere Zukunft. Magdalena Schrefel wurde für ihr letztes Stück „Ein Berg, viele“ 2020 mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet.

Der Stoff wird von Marie Bues inszeniert, die als Spezialistin für Gegenwartsdramatik bezeichnet werden kann, sich in ihren Arbeiten konsequent mit neuen Texten beschäftigt und eng mit den Autor:innen zusammen arbeitet. Nach dem coronabedingt um eine Spielzeit verschobenen „Schleifpunkt“ wird dies ihre zweite Regiearbeit am Schauspielhaus Graz sein.

REGIE Marie Bues
AUSSTATTUNG Pia Mackert
VIDEO Grigory Shklyar
DRAMATURGIE Franziska Betz
THEATERPÄDAGOGIK Marcus Streibl-Harms

SCHAUSPIELHAUS AKTIV

MITLERNEN Nachbereitung

Altersempfehlung: ab 14

 

Pipelines - A Presentation from European Theatre Convention on Vimeo.

ORT & DAUER
HAUS ZWEI
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
PREMIERE
13. Jänner 2022, HAUS ZWEI
Medien