16.09.2021
Pressemitteilungen
HAUS EINS
Der letzte Mensch

nach dem Roman von Mary Shelley | Deutsch von Irina Philippi | Regie: Alexander Eisenach | Premiere am 16. September 2021

2089 ringt in England eine Gruppe von Menschen um die Frage, welche Regierungsform besser sei: Monarchie oder Demokratie. Bis eine tödliche Seuche jede Regierung versagen lässt. Aber wohin fliehen mit dem pfeilschnell fliegenden Reiseballon der Zukunft, wenn nichts mehr sicher ist? Übrig bleiben das wüste Land und ein einsamer, letzter Mensch …

Die Übersetzerin Irina Philippi über den Schauerroman von 1826: „Als ich ‚Der letzte Mensch‘ übersetzt habe, 2018, war Corona noch nicht in Sicht, und ich habe mich vor allen Dingen sehr geehrt gefühlt, dieses Werk als Erste komplett ins Deutsche zu übersetzen. Hätte ich es erst jetzt übersetzt, wäre ich vielleicht von noch anderen Gefühlen bewegt worden. Wobei ich aber gar nicht so sehr die Parallelen zur heutigen Situation im Vordergrund sehe, in meinen Augen ist es vor allem ein sehr persönliches Buch mit autobiographischen Zügen. Mary Shelley hat in ihrem Leben schwere Verluste erlitten, drei ihrer Kinder starben jung, sie war zeitweise depressiv, eine schwere Fehlgeburt kostete sie beinahe das Leben, nur wenige Wochen darauf ertrank ihr Mann bei einer Bootsfahrt in Italien. Sie war gezwungen, mit ihrem einzigen überlebenden Sohn nach England zurückzukehren, wo sie finanziell zu kämpfen hatte und vom Tod Lord Byrons hörte. Ja, und in dieser Situation schrieb sie dann ‚Der letzte Mensch‘. Ich fand es schlicht herzzerreißend, da mitzufühlen beim Übersetzen, und empfinde Bewunderung für die Autorin, die, so traurig und tapfer, das Buch verfasste. Die Sprachgewalt, die vielen Wortspiele, Anspielungen und ihr gebildeter Geist, der durchgehend hindurchschimmert, tun ihr Übriges. Ich habe schon viele Werke übersetzt, aber keines war so anspruchsvoll, gefühlvoll und tiefsinnig geschrieben wie dieses. Auch Mary Shelleys Erstling, ‚Frankenstein‘, reicht bei Weitem nicht an diese Intensität und literarische Qualität heran. Ich verstehe gut, weshalb sie selbst dieses Buch als ihr bestes Werk ansah.“

Der Roman kommt in einer Inszenierung des in Graz auf Romanadaptionen spezialisierten Regisseurs Alexander Eisenach („Frequenzen“, „Der Zauberberg“, „Vernon Subutex“) auf die Bühne.

Die Bilder sind bei Angabe des Copyright (c) Schauspielhaus Graz / Lex Karelly zur honorarfreien Verwendung in Zusammenhang mit der Berichterstattung freigegeben.

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ORT & DAUER
HAUS EINS
Hofgasse 11, A - 8010 Graz
Dauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause