Erfahrungsbericht: ETC-Stipendium

Die ukrainische Regisseurin Diana Aishe erzählt über ihre Erfahrungen als ETC-Stipendiatin 2017 am Schauspielhaus Graz und davon, wie ihre Arbeitsweise dadurch beeinflusst wurde. Hier kommen Sie zur E-Mail aus Kiew.

ETC

Weitere Informationen zur ETC finden Sie unter www.europeantheatre.eu

Internationales

European Theatre Convention (ETC)

Das Schauspielhaus Graz hat über die ETC einen Call for Project Partners für das Projekt „Pipelines“ (Ein ETC-Projekt in vielen Sprachen über ein brennendes Thema) initiiert.

Zum Inhalt:
Im Untergrund Europas entspannt sich ein verzweigtes Kreislaufsystem für Öl und Erdgas. Wie Lebensadern durchziehen Pipelines den Kontinent und stillen oder befeuern unseren Hunger nach Energie: Vom russischen Tatarstan bis Warschau, Budapest und Prag, von Triest bis Wien und Karlsruhe, von Marseille bis Strasbourg. Die Pipelines werden durch eine komplexe Infrastruktur ergänzt, mit der fossile Brennstoffe über die großen europäischen Frachthäfen auf Schienen, Straßen und Flüssen zu den großen Raffinerien im Inland gelangen.

In umgekehrter Richtung fließt Geld zum persischen Golf und in die OPEC- und GECF-Staaten zurück. Nur auf dem Höhepunkt der Corona-Krise kam dieser Kreislauf kurz ins Stocken und der Ölpreis fiel am 20. April 2020 unter Null.

Fossile Energie ist der unangefochtene Treibstoff der Moderne: Straßennetze, Einkaufszentren, Vorortsiedlungen, Nylonstrümpfe, Flugzeuge, Lippenstift, Plastikberge, Wärme, Geschwindigkeit, Licht – kein Stoff hat die Gesellschaften der Gegenwart stärker geprägt. Öl und Erdgas waren und sind ein politischer Streitpunkt mit gewaltigem Einfluss und beständiger Explosionsgefahr.

Sie stammen aus der Tiefe der Zeit, stellen das Lebenselixier unserer Gesellschaft dar und bedrohen zunehmend ihre Zukunft. Das Ende des 100jährigen Energierausches zeichnet sich ab und der Wunsch nach einer neuen Welt.

„Welches Drama verursacht fossile Energie in Ihrem Land?“ Inspiriert von einer Stückentwicklung der Autorin Magdalena Schrefel, lädt das Schauspielhaus Graz Mitglieder des ETC-Netzwerkes zu einem gemeinsamen Projekt ein. Entlang der europäischen Pipelines könnten mehrere Stücke entstehen, die sich aus lokaler Perspektive mit einem globalen Thema auseinandersetzen, das uns alle betrifft.

An jedem Ort lassen sich spannende Geschichten zu fossilen Energien erzählen. Inhaltlich ergänzen die unterschiedlichen Perspektiven einander, so dass die einzelnen Bilder ein großes Ganzes ergeben. Europäische Zusammenarbeit und politisches Engagement fördern die Sichtbarkeit eines brennenden Themas, ein Netzwerk der Kommunikation zieht Energie aus kulturellem Austausch anstelle von fossiler Energie.

Wir stellen uns fünf oder mehr Performances vor, eigenständig entwickelt und realisiert in den Theatern und schlagen eine Übersetzung und Veröffentlichung der Texte in Englisch und der originalen Sprache vor. Die teilnehmenden Theater werden ermutigt, mit dem Projekt auf das eigene Betriebssystem zu reflektieren und künstlerisch wie organisatorisch mit Energieneutralität zu experimentieren.

Das Schauspielhaus Graz ist seit der Spielzeit 2015.2016 Mitglied in der European Theatre Convention (ETC) Die ETC wurde 1988 auf französische Initiative als gemeinnützige Vereinigung europäischer Theater gegründet und vertritt zurzeit über 40 öffentlich geförderte Theater in mehr als 20 Ländern. Damit ist die ETC das größte derartige Netzwerk, das an die 11.000 Theaterangestellte und tausende Künstlerinnen und Künstler in ganz Europa vertritt und dessen Mitglieder ca. 16.000 Vorstellungen pro Jahr anbieten. Eines der zentralen Ziele der ETC ist die Stärkung zeitgenössischer Dramatik sowie die Entwicklung und Unterstützung insbesondere junger Autorinnen und Autoren. Darüber hinaus fördert die ETC generell die kulturelle Vielfalt des Theaters, den interkulturellen Dialog, den professionellen Austausch von Theaterschaffenden und nicht zuletzt die Mobilität von Zuschauenden.

Vorteile für Abonnentinnen und Abonnenten

Aus diesem Grund genießen Abonnentinnen und Abonnenten des Schauspielhaus Graz gegen Vorlage Ihres Aboausweises freien Eintritt in den Mitgliedstheatern. Das Graz am nächsten liegende Mitgliedstheater ist das Schauspielhaus des Slowenischen Nationaltheaters in Maribor. Weitere Häuser sind in Albanien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, im Kosovo, in Kroatien, Luxemburg, Montenegro, den Niederlanden, in Norwegen, Rumänien, Serbien, in der Slowakei, in der Schweiz, in der Türkei, in Ungarn, Weißrussland und auf Zypern zu finden. Eine detaillierte Liste aller Mitgliedstheater finden Sie au der Website der ETC, und wie Sie in den Genuss von Freikarten in einem der Mitgliedstheater kommen, erklären Ihnen gerne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ticketzentrums. In den kommenden Spielzeiten wird das Schauspielhaus Graz internationale Kooperationsprojekte mit Mitgliedstheatern aus dem Netzwerk der ETC realisieren. Founded in 1988, the European Theatre Convention (ETC) promotes European theatre as a vital social platform for dialogue, democracy and interaction that responds to, reflects and engages with today’s diverse audiences and changing societies. ETC fosters a socially engaged, inclusive notion of theatre that brings Europe’s cultural, social and linguistic heritage to audiences and communities everywhere.