Fr, 25.09.2026
19:30 Schauspielhaus
Österreichische Erstaufführung
Die Waffen nieder!
nach dem Roman von Bertha von Suttner
Sie hat in Graz einer Straße, einem Platz und einer Volksschule ihren Namen gegeben; ihr Konterfei war auf dem 1.000-Schilling-Schein und ist aktuell auf der österreichischen 2-Euro-Münze zu sehen: Bertha von Suttner. Als erste Frau wurde sie 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Neben ihrem pazifistischen Engagement umfasst ihr Lebenswerk auch einen großen Roman, der in der 68er-Bewegung viel zitiert wurde, heute jedoch kaum noch gelesen wird. Selten ist ein Romantitel so programmatisch für den Inhalt wie Suttners Aufruf »Die Waffen nieder!«.
Von Suttners Protagonistin, Gräfin Martha Althaus, lässt ihr Leben und damit vier Kriege, die Österreich zwischen 1859 und 1889 führte, Revue passieren. Ihr anfänglicher Patriotismus als junge Frau weicht rasch einer prinzipiellen Abneigung gegen das Kriegführen. Sie emanzipiert sich aus eigener Kraft von ihrer Herkunft aus einer kriegsgläubigen Offiziersfamilie, indem sie liest, sich eine eigene Meinung bildet und in Abendgesellschaften als kluge Rednerin auftritt. In ihrem Gesprächspartner Tilling findet Martha einen Seelenverwandten und ihre große Liebe.
Um eine größere Leser:innenschaft für ihre Botschaft zu erreichen, wählt Bertha von Suttner bewusst die Form einer (weiblichen) Lebensgeschichte. Diese spickt sie mit Tagebucheinträgen und Zeitdokumenten und verzichtet auch nicht auf große Emotionen.
Von Suttner schreibt an gegen Nationalismus, schildert scharfsinnig die Mechanismen von Propaganda und entlarvt – aufrüttelnd aktuell –, wie Feindbilder kreiert werden. Im Rahmen der programmatischen Kanonerweiterung zeigt das Schauspielhaus Graz Bertha von Suttners Werk, dessen Argumentation an die weltpolitischen Grundfragen unserer Gegenwart rührt, zum ersten Mal in Österreich – in der fein musikalisch-choreografierten Regie von Sandra Strunz.
Premiere: 25.09.2026
© Irmgard Unger-Eisele / Scroll durch dein Leben! Team
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Regie:
Sandra Strunz
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Bühne & Kostüme:
Sabine Kohlstedt
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Musik:
Rainer Süssmilch
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Dramaturgie:
Anna-Sophia Güther