Sa, 26.09.2026
18:00 Konsole
Undine geht
Ein Solo nach der Erzählung von Ingeborg Bachmann
Enttäuscht zieht sich Undine ins Wasser zurück. Zuvor spricht sie jedoch in eindringlichen Worten zu Hans – dem Prototyp aller Männer. Aus weiblicher Perspektive thematisiert sie den Konflikt zwischen individueller Wahrheit und gesellschaftlichem Anpassungsdruck und richtet sich gegen ein übermächtiges Patriarchat, das sowohl Frauen als auch Männer in vorgegebene starre Rollen zwingt.
In dichter, sinnlicher Sprache entfaltet Ingeborg Bachmanns Text eine vehemente Abrechnung mit struktureller Gewalt und eine scharfsinnige Reflexion über weibliche Verletzlichkeit und existenzielle Verzweiflung. Das mythologische Wasserwesen Undine erscheint darin als selbstbewusste, nach Autonomie strebende Stimme. Der Utopie einer Harmonie zwischen Mensch und Natur, Mann und Frau sowie Vernunft und Gefühl begegnet sie mit subtiler Ironie. Dennoch scheint zwischen ihrer Wut und Trauer auch Hoffnung auf.
Der 1961 entstandene Text ist bis heute eine Aufforderung, über »klassische« Rollenbilder hinauszudenken und neue Formen des Zusammenlebens zu entwickeln. Anlässlich des 100. Geburtstages von Ingeborg Bachmann bringen wir den Text in unserer kleinsten Spielstätte als kraftvoll-unmittelbaren Monolog auf die Bühne.
Premiere: 26.09.2026
© Ralph Anderl / Scroll durch dein Leben! Team
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Regie:
Lily Kuhlmann
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Dramaturgie:
Elisabeth Tropper