Quartett Digithalia

Gastspiel
Mi, 25.03.2026
18:00-22:00 Foyer 3. Rang
The Tent: An AR Story / World Wide Wiki / On the Internet, nobody knows you’re a dog / The Caring Machine

Quartett Digithalia

Folgende Arbeiten sind jederzeit während des Festivals vor Ort frei besuchbar. Ob in Kombination mit einem Vorstellungsbesuch oder eigenständig als Rundgang durch ein Theater der Zukunft – Vorbeikommen lohnt sich!

THE TENT: AN AR STORY
Augmented Reality Film

Eine Frau erwacht eines Morgens und stellt fest, dass in ihrem Vorgarten ein mysteriöses Zelt aufgetaucht ist. Was ist davon zu halten? »The Tent« ist eine von der Autorin Martha Marion inspiriertes 22-minütiges märchenhaftes AR-Erlebnis, das das Verhältnis von Hausbesetzer:innen und Obdachlosigkeit beleuchtet. Mit Witz und Gefühl erzählt Regisseur Rory Mitchell dabei von zwischenmenschlichen Dynamiken und wirft Fragen zu Verantwortung und Schuld, Macht und Privilegien auf. Entwickelt unter Verwendung von volumetrischem Video und Photogrammetrie, ermöglicht es dem Publikum, eine Miniaturwelt aus jeder Perspektive zu erkunden und schafft so einen Film, in dem man sich frei bewegen kann. »The Tent« ist ein Drama, eine Satire, ein kleiner bürgerlicher Fiebertraum und eine Fabel für die Gesellschaft.

Von Rory Mitchell
DP-/Immersive-Capture Sébastien Hameline
Produktionsfirma The Mercantile Agency

Premiere SXSW 2024 Film & TV Festival, Austin, Texas

Auszeichnungen Silbermedaille für die beste Geschichte/Erzählung bei XR Must 2024

Das Projekt feierte seine Weltpremiere auf dem SXSW 2024 Film and TV Festival. In Folge war die Arbeit auf internationalen Filmfestivals zu sehen, mit Vorführungen unter anderem in Paris, Shanghai, Seoul und Toronto.

WORLD WIDE WIKI
Showing HTTP 451 & The Last Entry

Was bleibt, wenn freies Wissen unter Druck gerät? »World Wide Wiki« präsentiert bei »DIGITHALIA« webbasierte künstlerische Recherchen aus einer ortsübergreifenden Kooperation zwischen Schauspielhaus Graz, ARGEkultur Salzburg und HAU-Hebbel am Ufer Berlin. Ausgangspunkt ist das 25-jährige Jubiläum der Wikipedia – Sinnbild für freies Wissen und zugleich für dessen Bedrohung durch KI-Nutzung, politische Angriffe und Zensur. Die Projekte untersuchen, wie gefährdetes Wissen bewahrt, geteilt oder zum Verschwinden gebracht wird und welche Rolle Theater dabei spielen kann.

Mit Arbeiten von eeefff, Gold Extra, Kronberger & Kronberger, Chinedum Muotto, Nina Vasilchenko, Planetenparty Prinzip und SOAP

HTTP 451
Interaktives Spieleformat

Was verschwindet, wenn niemand hinsieht? Mit »HTTP 451« entwirft das Grazer Kollektiv »Das Planetenparty Prinzip« ein dystopisches Spielformat über das langsame Verschwinden des freien Internets. Als interaktives Textadventure führt die Performance durch ein Netz, das zunehmend vergessen, eingeschränkt und manipuliert ist. Inhalte sind nicht mehr auffindbar, rechtlich gesperrt, gelöscht oder verschlossen – Fehlercodes wie 404, 410 oder 451 werden zum dramaturgischen Motor einer kollektiven Erfahrung.

Das Publikum wird Teil einer publikumsübergreifenden Rettungsaktion: Was noch existiert, muss gesichert, kopiert und archiviert werden, bevor auch der letzte Eintrag verschwindet. Doch schnell wird klar, dass es dabei um mehr geht als Datensicherung. »HTTP 451« stellt eine unbequeme Frage: Was ist überhaupt erhaltenswert? Alles? Nur bestimmte Inhalte? Die Idee eines freien Netzes? Die Wahrheit – oder auch ihre Verzerrungen und Lügen?

Spielerisch, humorvoll und zugleich hochpolitisch macht die Arbeit erfahrbar, wie Erinnerung, Wissen und Öffentlichkeit verhandelt werden, wenn digitale Räume brüchig werden. »HTTP 451« ist ein interaktiver Versuch über Verantwortung im digitalen Raum – und über die Notwendigkeit, aktiv zu werden, bevor das Verschwinden zur Normalität wird.

The Last Entry
VR-Performance

Mit »The Last Entry« widmet sich SOAP den individuellen Erfahrungen von (Daten-)Verlust im Netz. Das Internet, noch immer inszeniert als unerschöpfliches Archiv kollektiven Wissens, erweist sich als instabiles und selektives Dispositiv digitaler Erinnerung: Plattformen werden aufgegeben, Archive geschlossen, Daten gelöscht – Entscheidungen, die aktiv über das Fortbestehen digitaler Räume bestimmen, und deren Verlust einen erheblichen Einschnitt für digitale Kultur, Kreativität und soziale Interaktion bedeutet.

Das Verschwinden im Netz ist kein Zufall; es ist politisch geworden und Resultat ökonomischer Interessen, politischer Eingriffe und algorithmischer Entscheidungen.

In Form eines performativ bespielten Gedenkorts in VR Chat, schafft SOAP mit “The Last Entry” einen Resonanzraum, welcher dokumentarische Praxis, digitale Performance und kollektive Partizipation zu einer begehbaren Erinnerungslandschaft verbindet, in der sich persönliche Erfahrungen von Abwesenheit überlagern und ein neues Bewusstsein für digitale Vergänglichkeit entsteht.

Konzeption & Umsetzung SOAP (Uwe Brunner, Bettina Katja Lange)


ON THE INTERNET, NOBODY KNOWS YOU´RE A DOG

Interaktives Essay-Game

In ihrer Recherche »On the Internet, nobody knows you’re a dog« untersucht Theresa Reiwer mit ihrem Team das Digitale Double – die Abbilder, die wir von uns in virtuellen Räumen schaffen und in deren Häute wir schlüpfen.

Wie kommt dabei KI zum Einsatz, wie kategorisiert und transformiert sie uns? Können wir dabei reproduzierte Stereotype aufbrechen – in einer Welt, die doch eigentlich nicht an weltliche Zwänge gebunden ist? In ihrer Live-Video-Installation trifft Beauty- auf Bro-Culture. Im Zerrspiegel der Filter suchen die User:innen nach einem Ausweg, der sie bis an die Anfänge des Webs zurückführt.

Von Theresa Reiwer (Konzeption, Text, Regie)
Konzeption, Creative Coding David Egger
Creative Coding Alexandre Ribeiro Lima Silveira
Stimme Annette Holzmann

Entstanden 2025 im Rahmen von Konsole_Lab, Schauspielhaus Graz

THE CARING MACHINE
Video-Installation

Stellen wir uns eine Zukunft vor, in der künstliche Intelligenz uns vom Wiegenbett bis zur Bahre begleitet! In »The Caring Machine« liegen wir auf unserem Sterbebett. An unserer Seite »sitzt« ein liebevoller digitaler Begleiter, er wacht über uns und spricht mit beruhigender Stimme zu uns. Wie sieht eine Zukunft aus, in der künstliche Intelligenz pflegende Aufgaben in einem wachsenden Gesundheitssektor übernimmt? Ist künstliche Intelligenz dabei eine beruhigende Präsenz oder eine deutliche Erinnerung daran, wie sehr die Technologie sogar unsere intimsten Momente durchdrungen hat? »The Caring Machine« untersucht, wie emotionale Beziehungen zwischen Menschen und Maschinen in Zukunft unsere Vorstellung davon in Frage stellen könnten, mit wem – oder was – wir unsere intimsten Momente teilen. Da sich immer mehr Datensätze ansammeln und künstliche Intelligenzen immer besser darin werden, menschliche Gesichtsausdrücke und Emotionen zu lesen sowie emotionale Intelligenz zu simulieren, müssen wir uns überlegen, wie wir nicht nur mit Maschinen, sondern auch untereinander sinnvolle Beziehungen aufbauen können: Kann eine Maschine Pflegeaufgaben übernehmen oder erfordert dies etwas einzigartig Menschliches, das nicht durch eine Maschine ersetzt werden kann?

Von Cecilie Waagner Falkenstrøm
Produktion ARTificial Mind, Cecilie Waagner Falkenstrøm
Künstler & UX-Designer Cody Lukas
Assistenz-Künstler Asbjørn Olling
Software-Ingenieur Vincent Olesen

Premiere 2024, Trapholt, Kolding, Dänemark

Termine

Mi, 25.03.2026
18:00-22:00 Foyer 3. Rang
The Tent: An AR Story / World Wide Wiki / On the Internet, nobody knows you’re a dog / The Caring Machine
Do, 26.03.2026
18:00-22:00 Foyer 3. Rang
The Tent: An AR Story / World Wide Wiki / On the Internet, nobody knows you’re a dog / The Caring Machine
Fr, 27.03.2026
18:00-22:00 Foyer 3. Rang
The Tent: An AR Story / World Wide Wiki / On the Internet, nobody knows you’re a dog / The Caring Machine
Sa, 28.03.2026
16:00-20:00 Foyer 3. Rang
The Tent: An AR Story / World Wide Wiki / On the Internet, nobody knows you’re a dog / The Caring Machine