Do, 05.03.2026
19:30-21:20 Schauspielhaus
Einführung um 19:00 Uhr.
Wir töten Stella
nach der Novelle von Marlen Haushofer
In einer Theateradaption von Jakab Tarnóczi
Eine Frau steht am Fenster und denkt nach – über sich, über ihre Familie und vor allem über die Ursachen eines tragischen Vorfalls, der die bis dahin sorgfältig gehütete Ruhe und Ordnung ihres Lebens für immer zerstört hat. Während nach außen alles weiter seinen gewohnten Gang geht, versucht Anna, sich Aufschluss darüber zu geben, was passiert ist. Alles begann damit, dass eine Freundin ihr die 19-jährige Stella als Pflegetochter anvertraut hat. Mit krimiartiger Spannung rollt sich vor dem inneren Auge der Erzählerin das Geschehene noch einmal ab, während sie sich die große Frage nach Schuld und Verantwortung stellt. Ihre im Sprechen sich erbarmungslos wiederholende Selbstbezichtigung wirft allerdings die Frage auf, wie zuverlässig dieses Erzählen und diese Erzählerin selbst sind. Gibt es vielleicht eine Geschichte hinter der Geschichte, in der sich die Dinge in einer anderen Wahrheit zeigen?
Jakab Tarnóczi interessiert sich als Regisseur und Autor für diesen Möglichkeitsraum, der sich in Haushofers Novelle, wie auch in ihrem gesamten Schreiben immer aufmacht.
Marlen Haushofer gehört zu den bedeutendsten österreichischen Autor:innen, deren literarischer Rang trotz regelmäßiger Wiederentdeckungen ihres Werks noch immer weitgehend unterschätzt wird. Wir holen sie im Rahmen unserer erfolgreich etablierten Programmlinie der Kanonerweiterung und -verstetigung in einer eigens verfassten Theateradaption auf die große Bühne des Schauspielhauses.
Dauer: 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Premiere: 06.02.2026
© Lex Karelly Besetzung
Team
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Regie:
Jakab Tarnóczi
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Bühne:
Eszter Kálmán
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Kostüme:
Ilka Giliga
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Musik:
Levente Bencsik,Máté Hunyadi
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Choreographie:
Emese Cuhorka
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Dramaturgie:
Andrea Vilter
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Licht:
Viktor Fellegi
Trailer
Pressestimmen
»Fast unmöglich scheint es, die kunstvollen Verflechtungen von Haushofers Prosa, den inneren Tumult der Ich-Erzählerin auf der Bühne abzubilden. Aber Regisseur Tarnóczi, dem schon mit seinem Graz-Debüt „Rutherford & Sohn“ 2025 ein schöner Achtungserfolg (inklusive Nestroy-Nominierung) gelang, findet für die Innenschau von Haushofers Protagonistin eine großartige Übersetzung: Er stellt zwei erzählende Annas auf die Bühne […].« Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, 9. Februar 2026
»Dass sich dabei in gut 100 Minuten kaum Längen ergeben, ist das Verdienst der Schauspielerinnen und Schauspieler: […] Otiti Engelhardt hat als Stella kaum Text und ist doch das vibrierende, schlagende Herz dieser Inszenierung.« Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, 9. Februar 2026
»Das Resultat ist eine Inszenierung die nah am Text ist und doch einen sehr klare eigene Bühnensprache findet – sehr gelungen!« Christoph Hartner, krone.at, 7. Februar 2026
»Regisseur Jakab Tarnoczi bringt am Grazer Schauspielhaus Marlen Haushofers Novelle »Wir töten Stella« auf die Bühne. Nach »Rutherford & Sons« im Vorjahr (für einen Nestroy-Preis nominiert) gelingt ihm der nächste grandiose Theaterabend in Graz.« Christoph Hartner, krone.at, 7. Februar 2026
»Jakab Tarnóczi hat mit »Wir töten Stella« eine meisterhaft gelungene Adaption der Novelle von Marlene Haushofer für die Bühne hingelegt.« Lydia Bißmann, KUMA.at, 9. Februar 2026
»Dieses Mittel [der Live-Kameras] wird aber nur sparsam eingesetzt und sehr überlegt eingebunden in die raffiniert gepuzzelten Spielszenen, mit denen das Geschehen aufgerollt wird. Das hat die Intensität eines Krimis.« Reinhard Kriechbaum, Nachtkritik.de, 9. Februar 2026