ФielföلkaŠtát (äh, vielvölkastaat, oder was?)

Nächste Vorstellung
Do, 15.10.2026
20:00-21:35 Schauraum

Uraufführung

ФielföلkaŠtát (äh, vielvölkastaat, oder was?)

von Ewe Benbenek, übersetzt ins Ungarische von Lídia Nádori
Koproduktion mit dem Schauspielhaus Wien & dem Katona József Theater in Budapest in Kooperation mit dem steirischen herbst

Was bedeutet es heute, zu Europa zu gehören? Wer darf »von hier« sein – und wer nicht?
In ihrem Auftragswerk »фielföلkaŠtát« verbindet die Autorin Ewe Benbenek die Geschichte der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie mit aktuellen Fragen von Arbeit, Migration und Zugehörigkeit. Der Text unternimmt einen mehrsprachigen Erkundungsgang durch die Geschichte und lässt Figuren aus der Operette, streikende Arbeiter:innen und Volkslieder zu Wort kommen. Sie alle begegnen einer Reisenden, die durch Graz, Wien, Bratislava, Krakau und Budapest unterwegs ist und die politischen und gesellschaftlichen Spannungen Europas beobachtet. Über SMS tritt sie dabei in einen Dialog mit ihrem Vater.

Zwischen den Zeiten entfaltet sich ein vielstimmiger Blick auf Klassenverhältnisse, Bildungsaufstieg, Minderheitenpolitik und die Erfahrungen von Ausgrenzung. Eine besondere Rolle spielt die Sprache selbst: Klänge und Buchstaben aus dem kyrillischen, arabischen und lateinischen Alphabet treten miteinander in Beziehung und machen verborgene Verbindungen hörbar.
»фielföلkaŠtát« fragt nach den Grenzen und Möglichkeiten europäischer Zugehörigkeit – und sucht inmitten historischer Brüche und gegenwärtiger Konflikte nach Momenten von Nähe, Hoffnung und Verbundenheit.

Regisseurin Marie Bues widmet sich nach »Chronik der laufenden Entgleisungen« in der Spielzeit 2024/25 erneut einem politischen Thema. In einer Zeit, in der sich europäische Staaten zunehmend auf nationalistische Narrative berufen, arbeitet das Team bewusst mit grenzüberschreitenden Perspektiven: In der Koproduktion bringen Schauspieler:innen der Ensembles aus Graz, Wien und Budapest das Stück in deutscher und ungarischer Sprache auf die Bühne.

Übertitelung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Translationswissenschaft / Fachbereich Ungarisch der Uni Graz.

Der Text wurde gefördert vom Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.

Dauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause

Premiere: 26.09.2026

© Lex Karelly

Besetzung

Team

  • Regie: 
    Marie Bues
  • Bühne & Kostüme: 
    Indra Nauck
  • Musik: 
    Raphaela Andrade Cordova
  • Choreografie: 
    Marta Navaridas
  • Dramaturgie: 
    Martina Grohmann, 
    Ármin Szabó-Székely, 
    Male Günther

Pressestimmen

»Bues schafft eindringliche Momentaufnahmen wie die Rede von Amalie Seidel-Ryba, die den ersten Frauenstreik Österreichs für zehn Stunden Arbeitszeit initiierte, oder die nächtliche Begegnung mit der jiddisch schreibenden Dichterin Deborah Vogel, die 1942 in Lemberg ermordet wurde. […] Dabei nützt sie die sinnlich erfassbare, subversive Kraft der Operette, die wie Kálmáns Csárdásfürstin und Gräfin Mariza mit nationaler Identität und sozialem Aufstieg spielt.« Kleine Zeitung
»Und so gelingt mit rasanter Regie (Marie Bues), tadelloser schauspielerischer Leistung aller Beteiligter und viel Humor das Amalgam aus Fakten und Feelings, von geschichtlich verbrieften Momenten der Verbindung und ihren gefühlten Spuren im Hier und Jetzt.« Kronen Zeitung
»Marie Bues inszeniert den Abend auf Deutsch und Ungarisch mit Übertiteln – ein transnationales Verfahren, das den politischen Gegenstand auch formal ernst nimmt.« Theater der Zeit
»Benbenek aber arbeitet sich ganz bewusst in die Unsicherheiten rund um solch historisch verwurzelte Heimatlosigkeit hinein, die gerade in Österreich viele intuitiv ansprechen – egal, ob die Migrationsgeschichte ein paar Generationen zurückliegt.« Nachtkritik

Termine

Do, 15.10.2026
20:00-21:35 Schauraum
Do, 29.10.2026
20:00-21:35 Schauraum
Fr, 30.10.2026
20:00-21:35 Schauraum
Do, 19.11.2026
20:00-21:35 Schauraum
Fr, 20.11.2026
20:00-21:35 Schauraum