Mi, 28.01.2026
19:30-21:15 Schauspielhaus
Einführung um 19:00 Uhr.
Uraufführung
Grand Hotel Steirerhof: ein Abend für Verlierer*
von Rebekka David & Ensemble
*innen. Natürlich haben wir alle hier was verloren. Oder verlieren gerade. Oder werden etwas verloren haben. Den Schlüssel vom Fahrrad, die Geduld mit den Nachbarn, den Status des Bürgertums. Verlust ist kein Ausnahmezustand. Er begleitet uns leise, beharrlich, alltäglich. Was einmal da war, ist verschwunden – Sicherheiten, Versprechen, Orte, Zukunftsbilder. Es ist ein Gefühl, das unsere Gegenwart prägt und den Fortschrittsoptimismus in Frage stellt. Ausgehend von diesem Gefühl entwickelt Autorin und Regisseurin Rebekka David gemeinsam mit dem Ensemble einen Theaterabend über das Verlieren und wie es in uns weiterwirkt.
Das ehemalige Grand Hotel Steirerhof am Jakominiplatz wird zum Resonanzraum des Abends. Ein Ort des Übergangs, einst Symbol von Glanz und Aufbruch, 1989 abgerissen und durch ein Einkaufszentrum ersetzt. Ein Ort, in den sich das Thema Verlust hineingeschrieben hat. In Fragmenten aus verschiedenen Zeiten findet sich das Hotel von damals auf der Bühne wieder. In der Lobby treffen Figuren aufeinander, die verschiedenste Verlusterfahrung mit sich tragen, an der Bar erzählen sie von geplatzten Geschäften, verlorenen Träumen und durchkreuzten Zukunftsplänen.
Der Abend erzählt keine nostalgische Rückschau, sondern schafft einen vielstimmigen Raum zwischen Melancholie, Humor und Brüchen, um Verlust als Gefühl und als gesellschaftliche Erfahrung gemeinsam wahrzunehmen – und darüber nachzudenken, welche Formen ein Umgang damit in unserer Zeit annehmen könnte.
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Premiere: 16.01.2026
© Lex Karelly Besetzung
Team
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Regie:
Rebekka David
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Bühne:
Stephan Weber
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Kostüme:
Anna Maria Schories
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Musik:
Dominik Mayr
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Dramaturgie:
Male Günther
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Licht:
Thomas Bernhardt
Pressestimmen
»Einen Berg voll unheilbarer Verluste baut Rebekka David in ihrer neuen Stückentwicklung auf. Er fußt mitten im Herzen von Graz.« Martin Thomas Pesl, nachtkritik.de, 17. Jänner 2026
»Kostümbildnerin Anna Maria Schories verpasst dem Personal wohlig-altmodische Hoteluniformen, die Gäste sind teils ins Muster der Sitzpolsterung gekleidet und setzen optisch passende Lampenschirme auf den Kopf. Und auch Stephan Webers Bühne bereitet Freude: Während das Empfangskabäuschen links und zwei Fauteuils rechts vorne stationär bleiben – auf einem sitzt die Souffleuse, die somit buchstäblich zum Mobiliar gehört –, durchläuft der von gelben Vorhängen gerahmte Raum dahinter mehrere Metamorphosen.« Martin Thomas Pesl, nachtkritik.de, 17. Jänner 2026
»Ein humorvoll-melancholischer Abend über den Verlust.« Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 18. Jänner 2026
»Die Figuren, die Rebekka David in einer melancholischen Slapstick-Revue durch die Hotellobby spuken lässt, sind nicht nur Geister der Vergangenheit, sondern auch Gespenster unserer Gegenwart.« Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 18. Jänner 2026
»Wunderbar gelingt dabei der Spagat zwischen Veränderung und Stillstand, Humor und Melancholie, Figurenzeichnung und Zustandsanalyse.« Christoph Hartner, Kronen Zeitung, 18. Jänner 2026
»David und ihr Ensemble umkreisen dieses beklemmende Thema mit den Mitteln heiterer Melancholie, eingewebt in die Collage sind etliche hübsche Slapstickszenen.« Ute Baumhackl, Kleine Zeitung, 18. Jänner 2026
»Dort begegnet einem dieser unbekümmert wirkende „Frisch von der Leber“-Charme, der Davids Arbeiten spürbar prägt und den sie hier erfreulich souverän auf die Bühne bringt – ein Esprit, der wie improvisiert wirkt, aber genau gearbeitet ist.« Sigrun Karre, kuma.at, 19. Jänner 2026