»Die Nashörner« von Eugène Ionesco
PREMIERE am 16. Oktober 2026, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Einführung durch Produktionsdramaturg Herbert Graf um 19:00 Uhr
Im Anschluss an die Vorstellung öffentliche Premierenfeier
Regisseurin Ulrike Arnold und ihr künstlerisches Team kehren mit ihrer Inszenierung von Eugène Ionescos »Die Nashörner« zum vierten Mal ans Schauspielhaus Graz zurück. Nach »Der Zerrissene«, »Minna von Barnhelm« und »Karl Valentin – Ich kenne keine Furcht, es sei denn, ich bekäme Angst« setzen sie ihre Auseinandersetzung mit absurdem und hintergründigem Humor fort.
Eugène Ionescos Stück entwirft eine Parabel über ideologische Verführung und das Erstarken eines totalitären Systems. Nach und nach verwandeln sich die Menschen im Umfeld des Büroangestellten Behringer in rasende Nashörner. Die Sichtung des ersten Tieres, das randalierend durch die Stadt läuft, wird zunächst noch als Gerücht abgetan. Doch aus dem vermeintlichen Einzelfall wird schnell eine Massenbewegung, die alles niedertrampelt, was sich ihr in den Weg stellt.
Die Uraufführung des Stücks fand 1959 statt. Es zählt zu den Klassikern des Absurden Theaters. Anders als viele Werke dieser Theatertradition wird hier jedoch nicht die Sinnhaftigkeit des Lebens grundlegend infrage gestellt. Vielmehr führt Ionesco die Absurdität des Verhaltens seiner Figuren vor Augen. Je weiter sich der Nashornwahn ausbreitet, desto mehr verstricken sie sich in Rechtfertigungsversuchen und Übersprungshandlungen, bis auch sie der Verführungskraft der Massenbewegung erliegen.
Ulrike Arnold erarbeitet mit dem siebenköpfigen Ensemble Figuren, die die Konflikte und Spannungen, die sich aus der kollektiven Vernashornung ergeben, emotional greifbar machen. Die Aussagen, zu denen sich die Figuren hinreißen lassen, wirken dabei erschreckend aktuell. »Das kommt uns gerade alles leider sehr bekannt vor, da muss man wirklich nicht lange graben.« (Regisseurin Ulrike Arnold)
Bühnenbildnerin Franziska Bornkamm, Kostümbildnerin Anna Lechner und Musiker Florian Rynkowski entwerfen auf visueller und akustischer Ebene eine ebenso zeitgenössische wie kühle Welt. Alltägliche Figuren irren durch die Nicht-Orte eines Einkaufszentrums und eines Großraumbüros, bevor sie sich in die Enge privater Wohnungen zurückziehen, wo sich das Geschehen zu einem surrealen Kammerspiel verdichtet. In diese Bühnenwelt dringen die Nashörner als groteske Erscheinungen ein, die zugleich bedrohlich sind und eine verführerische Anziehungskraft auf die Figuren ausüben.
Dauer: 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
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aus dem Französischen von Frank Heibert & Hinrich Schmidt-Henkel
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